ls er den Berliner Fotografen Lars Wiedemann kennenlernte, entstand die Idee, die Region jenseits aller Klischees in einem hochwertigen Buch zu porträtieren. Je tiefer die beiden ins Thema eintauchten, je mehr Menschen sie trafen, desto klarer wurde: Dieses Buch muss mehr sein. Es soll die Frage beantworten: Wie gelingt einer Region mit so tiefen historischen Wurzeln der Übergang in die Moderne, ohne die gewachsene Identität aufzugeben?
NeuHarz
Bilderbuchpaar: NeuHarz trifft Neue DIN
„NeuHarz – Aus Vergangenheit wächst Zukunft“ ist im Mai 2025 im Hamburger Murmann Verlag erschienen, 324 Seiten, mit zahlreichen Fotografien, als Hardcover mit Leineneinband. Die zentrale Botschaft: Nur durch eine nach vorn gerichtete Heimatverbundenheit ist ein selbstbestimmter Aufbruch in die Zukunft möglich. Christian Hille und Lars Wiedemann bringen die Vorwärtsmacherinnen und -macher der Region zusammen und zeigen in Bildern und Texten, was sie antreibt. Ihr Buch wird zum Auftakt einer größeren Bewegung: Ausstellungen und Veranstaltungen folgen. Damit könnte NeuHarz zur Blaupause für andere Regionen im Wandel werden.
Als Auszeichnungsschrift des Buchprojekts kommen zwei Schnitte der Neue DIN zum Einsatz: SemiWide Light und Wide Black – zwei Pole eines außergewöhnlich breiten Type-Design-Spektrums. Neue DIN wurde von Andreas Frohloff, Hendrik Weber und Olli Meier für Fontwerk entwickelt und kreuzt die Anforderungen der digitalen Welt mit einer modernen Vorstellung deutscher Ingenieurskunst. Sie wurzelt in der DIN 1451, jener Normschrift, die seit fast hundert Jahren das grafische Gesicht Deutschlands mitprägt – von Straßenschildern und Autobahnen bis zu technischen Zeichnungen. Neue DIN ist jedoch keine Restaurierung, sondern eine konsequente Neuinterpretation: mit einem Variable-First-Ansatz, der sich in traditioneller Nomenklatur so fassen lässt: neun Breiten, neun Strichstärken und alles dazwischen.
Neue DIN bringt von Haus aus mit, was das Projekt atmet: Klarheit, Verlässlichkeit, eine unverkennbar deutsche Identität. Eine Schrift, die man kennt und die man hier neu kennenlernt. Genau wie den Harz.
Verantwortlich für das Buchdesign ist das Team vom Hamburger Designbüro 2erpack Identity. Es entwickelt Identitäten, die herausfordern: nicht weil sie das Jetzt abbilden, sondern weil sie die anvisierte Zukunft als Wachstumstreiber für Marken und Unternehmen verankern. Für NeuHarz ist das genau die passende Haltung. Das Buch handelt von Transformation, die aus Tradition erwächst, und braucht eine Schrift, die beides verkörpert. Neue DIN leistet genau das. Ihr sachlich-konstruierter Charakter trägt die DNA der deutschen Ingenieurskultur in sich, jener Präzision und Verlässlichkeit, für die der Harz mit seiner Bergbautradition und seinem Mittelstand steht. Gleichzeitig entfaltet die Kombination aus dem schlanken SemiWide Light und dem wuchtigen Wide Black eine visuelle Dynamik, die den Aufbruchsgeist des Projekts spürbar macht: bodenständig und zukunftsweisend zugleich.
Oder im O-Ton von Behruz Tschaitschian von 2erpack Identity: „NeuHarz ist ein Buch über eine Region, die sich nicht neu erfindet, sondern neu entdeckt. Diese Haltung wollten wir auch typografisch spürbar machen. Neue DIN bringt von Haus aus mit, was das Projekt atmet: Klarheit, Verlässlichkeit, eine unverkennbar deutsche Identität. Eine Schrift, die man kennt und die man hier neu kennenlernt. Genau wie den Harz.“
Eine besondere Ehre wurde dem Buch durch den Börsenverein des deutschen Buchhandels und der Stiftung Buchkunst zuteil: als eines von 15 Büchern wurde es als Anwärter für „Deutschlands Schönstes Regionalbuch“ ausgewählt. Damit zeichnet die Jury Bücher aus, die einen regionalen Bezug haben und durch ihre Gestaltung, Bindung, Typografie (!) und Gesamtkonzeption besonders herausragen und damit gute Absatzzahlen im Buchhandel vor Ort versprechen. Wir gratulieren und freuen uns mit Lars, Christian, Murmann und 2erpack Identity über die Anerkennung.